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20. April 2010

Zum Tode von Oberst a. D. Cord Friedrich Schwier

Nachruf

(Vorab-Abdruck aus "Panzerspähtrupp Nr. 47")

Ganz wenige Tage vor der mehrfach verschobenen Schlusslesung der 47. Ausgabe des Panzerspähtrupps hat Cord Schwier den Kampf gegen seine ihn jahrelang begleitende schwere Krankheit verloren. Cord Schwier ist tot, Cord Schwier ist endgültig von uns gegangen, viel zu jung, noch immer voller Tatendrang und voller Ideen, am Schluss aber auch akzeptierend, dass seine Zeit auf Erden zu Ende ging. Ich war zutiefst beeindruckt und habe mit größtem Respekt verfolgt, mit welcher unwahrscheinlichen, ja schier alle Kräfte übersteigenden Disziplin, mit welcher Kraft und mit welchem Selbstverständnis Oberst Schwier diese Krankheit, die über viele lange Jahre quasi sein Wegbegleiter war, bekämpfte, ja ignorierte und wie selbstverständlich zur Tagesordnung überging. Sein tiefer Glaube, sein Rückhalt in der Geborgenheit der Familie, sein Wissen um die Endlichkeit des Lebens und sein eigener überzeugender Wertekanon sind ihm dabei sicherlich Rückhalt gewesen.

Ich kenne Cord Schwier seit über vierzig Jahren. Er verkörperte in seiner Haltung, in seinem Auftreten, in seinen Auffassungen, in seinen gelebten Tugenden das klassische Bild eines preußischen Offiziers, festgefügt in demokratisch-rechtsstaatlichem Denken und Handeln. Er war für mich immer Vorbild. An ihm konnte, ja musste man sich ausrichten. Er gab und er forderte. Cord Schwier war Aufklärer wie er im Buche steht. Wenn einer die goldgelben Kragenspiegel mit Stolz, authentisch und wegweisend trug, dann deshalb weil er in eindrucksvoller und eindringlicher Weise die unsere Truppengattung prägenden Tugenden vorlebte: Führen von vorn, Verantwortung suchen und tragen, Professionalität, Tapferkeit und Bescheidenheit.

Cord Schwier war der Geist und gleichzeitig das Herz des Panzerspähtrupps. Zunächst als Chefredakteur oder Redaktionsleiter hat er den Panzerspähtrupp über die Jahre zu einer weit über unsere Truppengattung hinaus bekannten Truppenzeitschrift gemacht. Sie ist heute zweifelsfrei und von allen anerkannt das qualitativ beste, herausragende Nachrichtenblatt in den deutschen Streitkräften. Der Panzerspähtrupp ist sein Lebenswerk, dem er sich mit Haut und Haaren verschrieben hatte, für den er lebte. Insbesondere bei den drei letzten Ausgaben mit den Schwerpunkt¬themen ‚Fürsorge’, ‚Auftragstaktik’ und ‚Wozu kämpft der Soldat?’ konnte der Leser irgendwie fühlen, dass Cord Schwier sein Ende kommen sah. In diese drei Hefte hat er noch mal seine ganze Persönlichkeit, seine ganze Tatkraft, sein ganzes Können und sein ganzes Herz gelegt. Und das haben alle Leser gespürt. Die vielen Reaktionen sind eindeutig.

Wir haben zu danken. Ich habe zu danken. Ich danke Cord Schwier für sein vorbildhaftes Vorleben und Fordern der Tugenden, die vielleicht heute etwas in den Hintergrund gerückt sind, die wir aber so dringend brauchen. Ich danke Cord Schwier als herausragende Persönlichkeit und Träger unserer Truppengattung. Ich danke Cord Schwier als „Spiritus Rector“ des Panzerspähtrupps mit nie nachlassendem Eifer, Herz und Leidenschaft. Ich danke Cord Schwier als Mensch, als Kamerad und als treuem Begleiter. Wir haben einen guten Freund, einen passionierten Soldaten, einen vorbildhaften Aufklärer und einen entscheidenden Träger unseres Freundeskreises verloren. Wir trauern mit seiner Familie, unser ganzes Mitgefühl gilt seiner Frau Michaela und seinem Sohn Constantin.

Wir werden Cord Schwier nie vergessen und wir werden sein Anliegen in unseren Herzen weitertragen.


Roland Kather