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Willkommen auf den „goldgelben Seiten“ des Freundeskreis Heeresaufklärer. Der Freundeskreis Heeresaufklärer ist ein Zusammenschluss aktiver und ehemaliger Offiziere sowie Reserveoffiziere der Heeresaufklärungstruppe und der Panzeraufklärungstruppe der Bundeswehr.

Der Freundeskreis

Der Freundeskreis der Heeresaufklärungstruppe versteht sich als attraktives und lebendiges Forum für den offenen Diskurs zwischen Jung und Alt, Aktiven und Reservisten, Zeit- und Berufssoldaten. Weitere Informationen »

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Aktuelles

Politische Bildung zur Steigerung der mentalen Einsatzbereitschaft

Zur Steigerung der personellen Einsatzbereitschaft und der Auftragserfüllung der Streitkräfte im Rahmen einer wertgebundenen Sicherheitspolitik hat die 4. des Gebirgsaufklärungbataillons 230 Ende Juli eine politische Bildungsreise durchgeführt.

Für diese Reise führte der Weg zum anderen Ende der Autobahn A7, an die Ostseeküste. Ziel war es unter anderem die Einsätze der Marine kennenzulernen und die Erfahrungen der Aufklärungskompanie des Seebataillons vermittelt zu bekommen, um so Lehren für die eigene Ausbildung auch abseits des Gebirges zu ziehen. Dazu stellte der Kompaniechef der Aufklärungskompanie Seebataillon seine Aufklärungsfähigkeiten vor. Am Folgetag berichtete der stellvertretende Bataillonskommandeur des Aufklärungsbataillon 6 „Holstein“ von den aktuellen Lehren aus der Mission „enhanced Forward Presence (eFP)“ in Litauen und folgerte für die Ausbildung in einem Szenario der Bündnisverteidigung. Anschließend ordnete der S3 Offizier des Verbandes die baltischen Staaten in der historischen Entwicklung ein und definierte die Herausforderungen im Zusammenhang mit dem Suwalki-Gap, der „Lücke“ zwischen Belarus und der russischen Exklave Kaliningrad.

Beim Verwundetentransport wird keiner zurückgelassen.

Nach dem Überwinden der Waldkampfbahn und dem gemeinsamen Erleben der dort gestellten Herausforderungen wurde am dritten Tag der Fokus auf die Rolle der wirtschaftlichen Faktoren der Außen- und Sicherheitspolitik gelegt. Durch die historischen Erfahrungen aus der Hansezeit ließen sich Parallelen zur derzeitigen politischen Lage ziehen. In den Abendstunden wurden, vor dem Hin-tergrund der kriegsnahen Ausbildung, Pflicht- und Wahlthemen der politischen Bildung behandelt. Dabei enthalten waren die Lehren aus dem Afghanistaneinsatz, der ethischen Dilemma-Situationen im Auslandseinsatz und den verschiedenen Varianten der Diskriminierung. Im Anschluss wurden Folgerungen für die weitere Ausbildung der Kompanie gezogen und nachgehalten.

Gelebte Kameradschaft bei gemeinsamer körperlicher Ertüchtigung.

Ungarn, November 1956 - Ukraine, Februar 2022

Ein Debattenbeitrag von Oberst a.D. Ulrich C. Kleyser, M. A., begonnen am 26. Februar 2022, ergänzt bis zum 27. März 2022.


Wie sich Stimmen und Bilder ähneln. Noch klingt bei Älteren im Ohr der verzweifelte letzte Aufruf des „Radio freies Ungarn“ am 4. November 1956 mit der Bitte um Hilfe des Westens, so wie der ebenfalls verzweifelte Aufruf des ukrainischen Präsidenten am 25. Februar 2022. Damals entschied sich der Westen, auch durch den neokolonialistischen Suez-Krieg der Franzosen und Briten „beschäftigt“, das sowjetische Einflussgebiet zu respektieren. Ein freies, demokratisches Ungarn hatte keine Chancen. Heute bleibt es bei verbalen - fast zynisch klingenden - Mitleidsbekundungen von Politkern für die in der Tat „unschuldigen Kinder“, von der beindruckenden - meist privaten und spontanen - Hilfe für Flüchtlinge abgesehen. Denn die Ukraine liegt außerhalb des NATO- und EU-Gebietes, im Vorhof der russischen Föderation, jedoch vor unserer Haustür im eigenen Vorgarten. Daher geht es auch uns an. Seit dem weitgehend friedlichen Zusammenbruch des Sowjetimperiums und den allgemeinen politischen Umwälzungen von 1989/91 hat kein Ereignis - selbst nicht der Terroranschlag des 9/11 - eine solche weltweite Resonanz erfahren wie dieser völkerrechtswidrige Angriffskrieg, wobei noch zu ergänzen ist, dass gut 1/5 oder auch mehr der VN-Mitgliedsstaaten gar nicht oder nur zögerlich Russland kritisieren und zudem weiter Wirtschaftsbeziehungen pflegen; ein untragbares Verhältnis, welches sich auch nach vier Wochen Vernichtungskrieg nicht wesentlich verändert hat.

Dabei war dieser - wiederholte - Völkerrechtsbruch bei Leibe keine Überraschung. Unabhängig von dem sich seit 2014 hinziehenden offenen wie verdeckten Krieg im Donbas zog sich vor den Augen der Weltöffentlichkeit seit Ende November 2021 die Schlinge um die Ukraine - als Manöver bagatellisiert - langsam aber sicher zu. Außer diplomatischen Versuchen blieb aus Blauäugigkeit, „Putin-Verstehen“, Angst oder auch aus Desinteresse eine deutliche Reaktion des Westens aus. Alle Einsichtigen und Wissenden hätten als Wollende damals schon reagieren können und Planungen für den Ernstfall entwickeln müssen. Die frühzeitig öffentlich gemachte Reduzierung der „Roten Linie“, wie schon 2014, auf einen vagen und vollmundigen „sehr hohen Preis“ dient mehr der Beruhigung der eigenen Bevölkerung und nicht einer Abhaltung Putins durch „Härte“. Die Wiederholung eines „faulen Friedens“ wie in München 1938 stand daher eher im Raum, als eine glaubwürdige gemeinsame Abschreckung.

Die Wiederholung eines „faulen Friedens“ wie in München 1938 stand daher eher im Raum, als eine glaubwürdige gemeinsame Abschreckung.

Unabhängig von dem derzeitigen, für westliche Militärexperten etwas verwirrenden, taktisch-operativen Vorgehen der russischen Streitkräfte in der Ukraine, hätten aber schon mit Grosny 1994/95 und 1999, [Aleppo später war weit weg!], Georgien 2008, jedoch spätestens mit 2014 zumindest die politischen Alarmglocken dröhnen müssen. Wirtschaftliche Eigeninteressen, Zögern, Halbherzigkeit und Nichthandeln des westlichen Europas hat nun die Ukraine - erneut - auszubaden.

Unser Westen hat Menschenrechte im Herzen, Völkerrecht im Mund, die eigene Wirtschaft im Kopf - aber nichts in der Hand, wenn man die Sanktionen außer Acht lässt, welche - fast schon vergessen - teilweise seit 2014 verhängt wurden. Doch Sanktionen allein haben historisch einen Aggressor ernsthaft noch nie von seinen Vorhaben abgehalten. Dazu sind die unterschiedlichen aktuellen Schwerpunktsetzungen - auch in der sogenannten demokratischen Weltgesellschaft der VN - allein schon im zentralen Europa eher bedrückend. Und für Deutschland - bislang - auch nur halbherzig und tröpfchenweise mit einem halben SWIFT und ohne Energiestopp. Die direkte Weiterfinanzierung der russischen Kriegsmaschine, vor allem durch Deutschland, ist ein Skandal und macht die verbalen Hilfeleistungen zu Worthülsen. Sollte die von Biedenkopf der alten Bundesrepublik zugeschriebene „ökonomische Interessengemeinschaft“ ohne außenpolitisch geforderte Verantwortung insgeheim die Wiedervereinigung überdauert haben?

Aber Angst ist immer ein schlechter Ratgeber, und nach Talleyrand ist „auch Nichthandeln Handeln“.

Dazu tut sich unsere Republik - wieder einmal - hervor mit Demonstrationen [mehr aus „German“ Angst, denn aus realer Ukraine-Unterstützung, „mourir pour Kiew“?], Wehklagen, Kerzen und Lichtspielen mit ukrainischen Farben. Gleichzeitig verdient die große, oft private und uneigennützige Flüchtlingshilfe große Anerkennung. Aber Angst ist immer ein schlechter Ratgeber, und nach Talleyrand ist „auch Nichthandeln Handeln“. Die zahlreichen Diskussionsrunden erschöpfen sich dabei zu häufig in militärpolitischer „Kaffeesatzleserei“, denn vom „sich´ren Port lässt sich gemächlich raten“. Das herbeigeredete Dilemma zwischen innerem sozialen Frieden und interstaatlicher Ukrainehilfe ist im Grunde nichts anderes als das Festhalten an dem zentralen Punkt einer zutiefst deutschen Klimapolitik, welche die übergreifende russische Bedrohung zu überlagern scheint. Und die nun so werbewirksam und vielleicht vorschnell verwendete nationale politische „Zeitenwende“ wird sich erst beweisen müssen. Putin hat augenscheinlich manche der Reaktionen nicht nur vorhergesehen und einkalkuliert, sondern mit seiner Entscheidung für Energielieferung nur gegen Rubel auch geschickt gekontert. Wieder einmal ist der Westen überrascht und, was schlimmer ist, auch ratlos.

In der politischen nationalen Diskussion schlägt man den Sack [die Bundeswehr], sollte aber eher den Esel treffen.

Den Esel, also die verschiedenen Regierungen, die politischen Eliten, aber auch die deutsche Gesellschaft, die seit 1991 [!] dem „ewigen Friedensprozess“ aufgesessen sind. Die Billigung des Satzes „Soldaten sind Mörder“ durch das BVG von 1994 zeigt nach wie vor seine Wirkung. Unsere friedensverwöhnte, verbrämt als postheroisch bezeichnete Wohlstandsgesellschaft scheut sich dann auch nicht, weiterhin Kinder in dem Prozess eines Friedenserhalts zu instrumentalisieren. Doch nicht - nur - die bestehende militärische Schwäche ist die Herausforderung, sondern eine zutiefst pazifistisch [Neitzel: strukturell] gesinnte Konsum- und Sozialgesellschaft eines Staates mit einem Defizit an strategischem, und hier nicht nur auf das Militärische bezogenem Denken, und nicht zuletzt mit einem nicht zu unterschätzenden tiefsitzenden Antiamerikanismus - auch jenseits von Trump - in vielen Gesellschaftsschichten. Daher ist auch mit dem späten, aber im Grunde richtigen 100 Milliardenprojekt - unabhängig von einer realistischen Zeitschiene nach gründlicher Analyse und aus dieser entwickelten klaren Zielen - keine Steigerung des nationalen Wehr- oder militärischen Verteidigungswillen zu erwarten. Grundlage hierfür muss die Umsetzung des mittlerweile alle politisch/gesellschaftlichen Bereiche ganzheitlich einbeziehenden Begriffs „umfassende Sicherheit“ sein. Eine Sicherheit, die weit über das militärische [Land, Luft, See, Cyber- einschließlich einer vermehrt energiefordernden [!] Digitalisierung - und Weltraum] hinausgeht und eng mit der Fähigkeit zur „Resilienz“ eines Staates verbunden ist. Sollten wir nicht den bewähren Satz: „[teure] vigilium pretium libertatis“ wieder zum Leben erwecken! Dann kann auch wieder das politische Gespann von Abschreckung und Entspannung erfolgreich wirken.

Niemand will - zu Recht - einen Krieg, aber zu denken gibt Clausewitz: „Jeder Staat hat eine Armee, entweder die eigene oder eine fremde.“ So bleibt nur, die alte klassische Forderung in moderner Form zu beherzigen: „Videant consules, ne res publica europaea detrimentum capiat“. Hierzu gehören allerdings und vor allem für Deutschland Entschlossenheit, Mut, Selbstbewusstsein und Standfestigkeit - Eigenschaften, die jedoch erst herausgebildet werden müssen, denn eine bedrückende Gemengelage aus Angst, Schuldgefühl, Neid und moralischer Hybris herrscht vor. Und ein „Quo usque tandem Putin?“ findet weiterhin ohne Europa statt. Möglicherweise wird sich bald auch die Frage stellen, ob diesem europäischen Völkermord - auch aus Selbstachtung heraus - auch militärisch Einhalt geboten werden muss. Daher muss die NATO bei dem sich möglicherweise noch ausweitenden Zivilisationsbruch auch über einen allgemeinen Krieg nachdenken, sich auf diesen vorbereiten und seine Mitgliedstaaten mit ihren Gesellschaften darauf einstimmen, wenn Russland den „Korken aus der Flasche zieht“. Denn letztlich könnte es um uns, unsere Sicherheitsordnung und damit insgesamt um unsere Gesellschaftsordnung gehen. Das bisher „Undenkbare“ darf nicht mehr ausgeschlossen werden.

Inzwischen kämpfen die Ukrainer mit Heldenmut. Eine hohe Zahl von Vertriebenen ist aufzunehmen. Aktuell kommen mehrheitlich Frauen und Kinder; von ihren Männern an die polnische Grenze gebracht, die nun selbst zur Verteidigung ihres Landes zurückkehren. Hochachtung für beide Gruppen! Denn, hier folgt Putin Clausewitz“ „Der Eroberer ist immer friedliebend, zu gerne zöge er ruhig in einen Staat ein“. Bei aller berechtigter Forderung, diplomatische Mittel zu erhalten und weiter zu nutzen, darf jedoch eines nicht außer Acht gelassen werden: Die Ukraine ist nicht nur Opfer, sondern bleibt eigenständiges politisches Subjekt, also keine Diplomatie über dessen Kopf hinweg! Doch was ist zu tun?

Die Ukraine ist nicht nur Opfer, sondern bleibt eigenständiges politisches Subjekt, also keine Diplomatie über dessen Kopf hinweg!

Interessant ist, dass in der Diplomatie und der allgemeinen Wertediskussion der wesentliche Ost-Westunterschied gar nicht oder nur kaum angesprochen wird. Darin liegt unsere eigentliche Chance. Denn es geht nicht - nur - um Demokratie, sondern darum, dass der Westen mit seiner freiheitlich liberalen Gesellschafts- und Wirtschafts- und Rechts- wie Sozialordnung, trotz ihrer auch anzusprechenden Schwächen, ungleich attraktiver ist als der „Osten“. Und dies nicht nur trotz Helsinki 1975. Warum also nur wollen alle in den Westen und nicht Richtung Moskau? Dies sollte auch Putin zu denken geben, wenn auch nur als schlagendes, wenn auch leider nicht durchschlagendes wie durchsetzungsfähiges Argument. Wesentlich für diese Diskussion bleibt die Feststellung, dass es sich im Westen begrifflich um eine [offene] Ordnung und nicht um ein [autokratisches oder diktatorisches] System handelt.

Zuerst erscheint eine konzertierte, westliche Informationskampagne auf allen technisch möglichen Kanälen erforderlich, um der russischen [und auch chinesischen] Propaganda Paroli zu bieten. Denn auch dieser weltweite Krieg um die Meinungshoheit findet längst statt. Schläft der Westen wieder einmal und lässt sich auch hier das Heft aus der Hand nehmen? Damit eng verbunden muss eine gezielte Abfederung der Sanktionen in der sog. 3. Welt erfolgen mit Schwerpunkt in Afrika, vor allem hinsichtlich der Ernährung [Weizen etc.] und hochwertiger Entwicklungstechnik. Es ist an der Zeit, auch bei uns wieder geopolitisch denken und dann auch handeln zu lernen. Und dies auf einer anderen Ebene als der dem französischen Ansatz folgenden Kooperationsvertag mit Italien, der wieder einmal die Absurdität europäischer Zusammenarbeit bestätigt. Gerade jetzt, trotz und unter dem Grauen des Ukrainekrieges, könnte sich hierdurch eine unseren Interessen entsprechende langfristige Schwächung Russlands, und ggf. auch Chinas, und damit eigener stärkerer Einfluss ergeben. Dieser realpolitische Ansatz sollte nicht übersehen werden. Und geopolitisch wird dieser Ansatz sinnvoller und nachhaltiger sein als der derzeitige so wohlmeinende Rückgriff auf eigene koloniale Schuldvergangenheit.

Erst anschließend müssen eine Überarbeitung des Völkerrechts, eine Neustrukturierung der VN, eine Wiederbelebung der OSZE und schließlich auch eine Weiterentwicklung der außen- und sicherheitspolitischen Handlungsfähigkeit der EU auf der politischen Tagesordnung stehen.

Es ist an der Zeit, dass aus dem bisherigen Friedensprojekt Europa nun auch ein verantwortungsbewusstes Machtprojekt Europa wird.

Doch zurück zu Putin. Unterschätzt wird im Westen die tiefe „russische Seele“, die sich Putin zu Nutze macht. Das „heilige Mütterchen“ Russland, mit seinem realen wie mythisierten Geburtsort Kiew [Kiewer Rus] ist in der Verbindung mit der russischorthodoxen Staatskirche und seiner Volksfrömmigkeit tief in die russische Seele eingebrannt. Auch die sprichwörtliche historische Leidensfähigkeit seiner Bevölkerung sollte nicht unterschätzt werden. „Allrussland“ ist somit keine Floskel, sondern ein tiefes inneres Bedürfnis. Daher scheint die westliche Erwartungshaltung eines innerstaatlichen Systemwandels oder gar -sturzes eher unserer Blauäugigkeit zu entsprechen als einer realen Analyse.

Und abschließend eine sich historisch immer wieder bestätigende Wahrheit, so Seneca: „Zu spät wird der Geist zum Bestehen der Gefahr erst nach der Gefahr gerüstet“.

Die Heeresbergführer bei den Gebirgsaufklärern

Unter Führung von Stabsfeldwebel Volker Neumann ging es im März darum, die Heeresbergführeranwärter des Gebirgsaufklärungsbataillon 230 an die hohen Belastungen als Führer im Hochgebirge im Winter zu gewöhnen und die Leistungs- und Leidensfähigkeit zu steigern.


Beste Voraussetzungen
In den Stubaier Alpen fanden die Heeresbergführer (HBF) und Heeresbergführeranwär-ter der Füssener Gebirgsaufklärer beste Voraussetzungen, um ihre Führungsfähigkeiten und ihr Können im Hochgebirge zu steigern. Unter dem Motto: „Übung macht den Meister“, mussten sich die HBF-Anwärter täglich auf die anstehenden Touren vorbereiten und regelmäßig eine ausführliche Befehlsaus-gabe für die jeweiligen Touren durchführen. Anmarschweg, Lawinenlagebericht, Geländebeurteilung, Marsch-/Zeitberechnung und Ausrüstung waren elementarer Bestandteil der Tourenplanung. Die Heeresbergführer unterstützten die Anwärter dabei mit wertvollen Tipps.

Aufstieg zum Sulzkogel, 3016 m

Jede Menge Höhenmeter
Auf dem Ausbildungsprogramm stand vor allem das Tourengehen auf Ski im unbekannten winterlichen Hochgebirge. Die Anwärter sollten viel Führungserfahrung sammeln und sich an die tägliche Belastung von mehrstündigen Märschen gewöhnen. Jeden Tag wurde eine Marschstrecke von 15-20 Kilometern mit ca. 1500 Höhenmetern zu bewältigt. Jeder hatte ca. 10 Kilogramm Marschgepäck dabei. Hierbei legten die Gebirgsaufklärer aus Füssen in den 6 Tagen ca. 8200 Höhenmeter, knapp 90 Kilometer Wegstrecke bei täglich ca. 6 Stunden Marschdauer zurück. Da wurden selbst bei den erfahrenen Heeresbergführern die Beine am Ende der Woche schwer. Imposante 3000er Gipfel waren jedoch der tägliche Lohn der Mühen. Davon gibt es in den Stubaier Alpen bekanntlich zahlreiche, die bezwungen werden wollen. So gehörten unter anderem der „Zwieselbacher Rosskogel“ 3080 m, der „Breite Grieskogel“ 3287 m oder der „Hohe Seblaskogel“ 3235 m zu den bestiegenen Gipfeln.

Am Gipfel des SulzkogelAbfahrt im SteilgeländeLetzte Meter zu Fuß zum Gipfel

Beste Vorbereitung auf den Lehrgang
Alle drei Anwärter der Füssener Gebirgsaufklärer konnten ihre Fähigkeiten als Führer im winterlichen Hochgebirge steigern und ausbauen. Jetzt gilt es, die restliche Zeit bis zum Heeresbergführerlehrgang zu nutzen, um bestens vorbereitet in die Ausbildung zu starten. Schließlich wird bei Bestehen des Lehrgangs eines der begehrtesten Abzeichen der Bundeswehr, das „Heeresbergführerabzeichen“ verliehen.Die Heeresbergführer des Verbandes waren sich einig: Die Leistungen des Nachwuchs zeigen, dass sie auf dem richtigen Weg sind, die anspruchsvolle und anstrengende Ausbildung zum Heeresbergführer zu bestehen.

Bilder: Bundeswehr/Neumann
Text: Bundeswehr/Neumann
 

Die militärische Nutzung sozialer Medien im Ukrainekrieg

Ich bin (leider - Anmerkung der Redaktion) kein Aufklärer. Ich bin Social-Media-Experte. Dennoch glaube ich, dass sich das Weiterlesen für Sie lohnt. Denn unsere beiden Welten haben in den letzten Tagen und Wochen eine erstaunliche Schnittmenge aufgezeigt. An kaum einer anderen Stelle konnten so viele Informationen über die russische Invasion der Ukraine gewonnen werden, wie in den sozialen Medien. Aber der Reihe nach.

Dass Konflikte, Krisen und Kriege auch in den sozialen Medien stattfinden, wurde uns von der Krim, dem Irak, über Syrien bis Berg-Karabach immer wieder vor Augen geführt. Seitdem der islamische Staat seinen Feldzug 2014 online mit der Hashtagkampagne #AllEyesOnISIS auf Twitter begleitete, sind uns beispielsweise Videos von Kampfhandlungen oder Drohnenaufnahmen von Panzerabschüssen auch in der friedlichen Heimat nicht mehr fremd. So finden wir uns in den sozialen Medien, auch als vermeintlich Unbeteiligte, regelmäßig mitten in einem Informationskrieg um die Deutungshoheit über diese Konflikte wieder. Die „Kombattanten“ dieser Fortsetzung des Krieges mit anderen Mitteln kennzeichnen und erkennen sich in den sozialen Medien mit Hashtags und Profilfiltern, teilen Propaganda, die die eigene Seite gut dastehen lässt und verbreiten Desinformationen über die Gegenseite. Im Medienzeitalter hat der Krieg sein digitales Spiegelbild auf Social Media gefunden.

Dabei hat besonders Russland eine Reputation für die digitale Konfliktführung gewonnen. Der Einsatz von Desinformations- und Propagandakampagnen konnte seit der Annexion der Krim 2014 beobachtet werden und gewann durch die Wahlbeeinflussung in den USA 2016, zum BREXIT-Referendum 2018 und die Verbreitung von Verschwörungstheorien im Zuge der Corona-Pandemie an Prominenz. Auf der Krim und in der Ostukraine revolutionierte Russland den Einsatz dieser Fähigkeit, indem gezielte Desinformationen und Propaganda auf taktischer Ebene Verwirrung und Verunsicherung stifteten. Auf strategischer Ebene wurde die Reaktion der internationalen Gemeinschaft derart verzögert, dass Russland zunächst am Boden Fakten schaffen konnte. Daher wurden Beobachter schnell hellhörig, als schon zu Beginn des russischen Aufmarsches vor Weihnachten 2021 hunderte Videos auftauchten, welche die Truppenbewegungen beinahe in Echtzeit nachvollziehen ließen.

Truppenbewegungen auf TikTok
Truppenbewegungen auf TikTok

Die Videos wurden von Amateur-Analysten, Open Source Intelligence (OSINT) Spezialisten und von der militärischen Aufklärung mit Neugierde betrachtet. Dass die schnelllebigen sozialen Medien den offiziellen Nachrichtendiensten dabei einen guten Schritt voraus waren, zeigte sich bereits Mitte Februar. Beispielsweise wurde die Verlegung von russischer Raketenartillerie von Social-Media-Nutzern und Analysten mehr als eine Woche vor den offiziellen Stellen entdeckt. OSINT-Spezialist und Twitter-User Rob Lee twitterte dazu: „Bisher waren die meisten Änderungen der russischen Militärpositur in der Nähe der Ukraine öffentlich in den sozialen Medien zu beobachten, bevor sie von US-Regierungsvertretern bestätigt wurden. […] Ganze 9 Tage.“

Dieses Bild änderte sich auch mit dem Beginn der Invasion und der Kampfhandlungen kaum. Truppenbewegungen, Angriffe und ihre Folgen wurden auf verschiedensten Social-Media-Plattformen geteilt und beinahe in Echtzeit von OSINT-Spezialisten und Amateuren analysiert. Mithilfe von Video- und Fotoaufnahmen werden Ort und Zeit von Truppenbewegungen und Kampfhandlungen herausgefunden. Öffentlich zugängliche Feuersatelliten zeigen durch Kampfhandlungen verursachte Brände und können damit Aufschluss über den Ort größerer Gefechte geben. Ebenfalls öffentlich zugängliche Radarsatelliten können die die Abschussstellungen von Flugabwehrsystemen aufzeigen. Letztendlich entsteht so ein erstaunlich präzises öffentliches Lagebild, das durch eifrige Social-Media-Nutzerinnen und Nutzer laufend aktualisiert wird. Truppenbewegungen, Truppenteile und Vorgehen, gar Hinterhalte - nichts scheint mehr geheim zu halten zu sein.

Eine auf der Basis von OSINT erstellte Lagekarte
Eine auf der Basis von OSINT erstellte Lagekarte

Social Media spielt dabei eine entscheidende Doppelrolle: Als Informationslieferant zur Analyse und als Ausspielungsplattform zur Verbreitung von aufbereiteten Informationen. Aus der schnellen und der weiten Verbreitung der Social-Media-Inhalte zogen Russland und die Ukraine allerdings sehr unterschiedliche Schlüsse im Bereich Operations Security (OPSEC). Russland hatte dem Treiben auf TikTok und der Aufklärungsarbeit des Westens offensichtlich lange genug zugeschaut. Am 20. Februar beschloss das russische Parlament ein Gesetz, dass den russischen Soldaten die Nutzung ihrer Smartphones im Dienst verbat. Berichten zufolge wurden in den Streitkräften Handys konfisziert. So gab es von den einsetzenden Kampfhandlungen und den ersten russischen Truppen in der Ukraine lange keine, bzw. sehr wenige Aufnahmen, die von russischer Seite kamen.

Während sich Russland dadurch offensichtlich taktische Vorteile im Bereich OPSEC erhoffte, stellte sich das kollektive Going Dark der russischen Streitkräfte auf strategischer Ebene jedoch als ein gravierender Fehler heraus. Bereits in den ersten Tagen dominierte die Ukraine den internationalen Informationskrieg und gewann die Deutungshoheit über den Konflikt. Innerhalb weniger Stunden, ja Minuten, dominierten ukrainische Aufnahmen die internationale Berichterstattung in den (sozialen) Medien und jeder noch so kleine Erfolg wurde umgehend zu Propagandazwecken eingesetzt. Die Geschichten der „Schlangeninsel“ und vom „Geist von Kyiv“ sind mittlerweile im Internet durch Memes, Sticker und Hoodies zur Legende geworden. Die digitale Übermacht war so gravierend geworden, dass sich Russland gezwungen sah, sich vom internationalen Internet zu entkoppeln und die Nutzung westlicher sozialer Medien gleich ganz verbot. Der Direktor des NATO Srategic Communications Center for Excellence, Jānis Sārts sagte gar: "Russland hat den Informationskrieg im Westen klar und deutlich verloren".

Die ukrainische Seite verbot ihren Soldaten die Nutzung ihrer Handys offensichtlich nicht. Hunderte Videos zeigen mit Smartphones, Videokameras und GoPros ausgestattete Soldatinnen und Soldaten. Sie filmen Hinterhalte, Gefechtsfelder und erbeutete Fahrzeuge, aber auch die Nachwirkungen von Kampfhandlungen, Tote und Verwundete Russen, sowie ukrainische Zivilisten. In einem Land mit 99,9% Internetabdeckung – ein Umstand den die Russen auch knapp zwei Wochen nach Invasionsbeginn kaum ändern konnten – und in dem 64,6% Social-Media-Nutzerinnen und Nutzer sind, entstehen so hunderte und tausende Puzzlestücke in Form von Videos und Fotos, die zu einem großen Lagebild zusammengetragen werden können. In der Datengewinnung kommen den Social-Media-Plattformen TikTok und Telegram dabei eine besondere Rolle zu. So unterschiedlich die Funktion beider Plattformen ist – TikTok als Kurzvideo- und Telegram als Messenger-Dienst – mutierten beide zu Hauptquellen für OSINT-Analysten. Dabei ist besonders TikTok unter russischen und ukrainischen Jugendlichen sehr beliebt. TikTok verzeichnete in der Ukraine ein rasantes Wachstum und zeigte zuletzt stolze 10,55 Millionen Nutzerinnen und Nutzer auf, in Russland gar 36 Millionen.

Doch die hunderten und tausenden Aufnahmen und Puzzelstücke können weit mehr als ein öffentliches Lagebild des Kriegsverlaufes zu zeichnen oder zu Propagandazwecken eingesetzt werden. Auf taktischer Ebene können wir feststellen, dass diese Aufnahmen mehr oder weniger gezielt der Internet Crowd in den sozialen Medien und ihren OSINT-Analysten, aber auch dem eigenen militärischen Nachrichtenwesen zur Auswertung und Analyse zugespielt werden. Hobby-Drohnenflieger unterstützen die Online-Aufklärungsarbeit zusätzlich und fliegen ihre Privatgeräte absichtlich in Richtung russischer Stellungen, um Bilder für die militärische Aufklärung zu sammeln. In einigen Fällen wurde gar bereits Steilfeuer mithilfe privater Kleindrohnen in russische Stellungen gelenkt. Der ukrainische Militärgeheimdienst betreibt einen eigenen Telegram-Kanal, dem man Aufnahmen russischer Truppenbewegungen zuspielen kann. Die Informationen fließen dann entweder über die sozialen Medien oder auf militärischem Wege zurück an die Kampftruppe. Ein Modell, dass sich anscheinend so bewährt hat, dass der russische Militärgeheimdienst es schlicht kopierte und nun einen eigenen Telegram-Bot anbietet. Dieser dient allerdings nicht nur der Aufklärung gegnerischer Truppenbewegungen, sondern auch der Identifikation ukrainischer Soldaten zur späteren Eliminierung oder zur personalisierten psychologischen Kampfführung.

Vor Beginn der Kampfhandlungen hatten viele Beobachter – ich selbst eingeschlossen – die Sorge, dass eine massenhafte Nutzung von Smartphones und Kameras zu Aufklärungs- und Propagandazwecken zu Gefahren für die Soldaten führen würde. Neben Sicherheitsrisiken im OPSEC-Bereich wurde dabei oft auf die starken russischen Fähigkeiten in der elektronischen Kampfführung (ELOKA) verwiesen, untermauert durch die Modernisierung ihrer Leer-3 und 1L267 Moskva-1 Systeme. Wie Aufklärung durch ELOKA-Einheiten aussehen kann, zeigen uns auch die sozialen Medien, wie folgendes Bild eines elektronisch aufgeklärten amerikanischen Bataillons in seinem Einsatzraum zeigt. Hinzu kommen zahlreiche Beispiele aus den Jahren seit 2014 im Donbass, wo die Handys ukrainischer Soldaten und ihre Familien Ziel von Propaganda-SMS und Aufklärung für Artillerieschläge wurden.

Aufklärungsergebnisse – auch via OSINT verfügbar?
Aufklärungsergebnisse – auch via OSINT verfügbar?

Doch die Befürchtungen, dass Soldaten durch das bloße Mitführen eines Handys aufgeklärt und bekämpft würden, scheinen sich diesmal nicht zu bewahrheiten. Jedenfalls gab es bisher keine Anhaltspunkte dafür. Mögliche Gründe gibt es viele. Technisches Versagen bei den russischen ELOKA-Systemen und mangelnde Verfügbarkeit von ELOKA-Einheiten auf einer großen Fläche sind nur zwei Erklärungsversuche für die russische Seite. Am wahrscheinlichsten jedoch ist, dass die Ukraine durch acht Jahre Krieg im Donbass den Umgang mit diesen Geräten gelernt hat und ihre Soldaten OPSEC-Regeln verinnerlicht haben und genau wissen, wann und wo sie ihre Handys gefahrlos einsetzen können. Darauf lässt beispielsweise schließen, dass die ukrainischen Soldaten (und Zivilisten) eine erstaunliche Disziplin an den Tag legen keine Aufnahmen eigener Truppen und Truppenbewegungen ins Netz zu stellen. Viele Soldaten scheinen sich zusätzlich mit „Truppenlösungen“ zu behelfen, um ihren digitalen Fußabdruck zu minimieren. Der bloße Einsatz des Flugmodus auf modernen Geräten, das Herausnehmen der SIM-Karte oder das Einpacken des Handys in spezielle faradaysche Behälter, bzw. Alufolie scheinen in der Lage zu sein, millionenteure EOLKA-Systeme wirkungslos zu machen.

Damit steht außer Frage, dass der Ukrainekrieg in den sozialen Medien uns viele Anhaltspunkte, Lehren und Fragen für die Aufklärungstruppe und das Militärische Nachrichtenwesen bescheren wird. Nach knapp über zwei Wochen Kampfhandlungen können wir schon jetzt einige davon absehen: Open Source Intelligence ist mittlerweile so mächtig und schnell geworden, dass Aufklärungsergebnisse beinahe in Echtzeit verfügbar sind. Truppenbewegungen, inklusive ihrer Details sind größtenteils nachvollziehbar. Wie geht man auf dem modernen Schlachtfeld, noch dazu in einem Peer-to-Peer Konflikt im Szenario LV/BV um? Wie militärisch nützlich sind Informationen, die durch die sozialen Medien gewonnen werden? Zweitens haben die tausenden Bilder von der Front ihren Propagandawert zweifelsohne bewiesen. Wie gehen wir angesichts dessen mit der Nutzung von Smartphones auf dem Gefechtsfeld um? Wie täuschen wir künftig die gegnerische Aufklärung? Welche high- und low-tech Mittel stehen dazu zur Verfügung?

Wir sehen in der Ukraine den Kampf zweier unterschiedlicher Systeme strategischer Kommunikation. Auf der einen Seite das zentralistisch gesteuerte Propaganda-Regime in Moskau, gegenüber dem, was man als Graswurzelbewegung in der politischen Kommunikation bezeichnen könnte: Eine Vielzahl von Inhalten unterschiedlich großer Akteure, die durch ein gemeinsames Ziel und ein gemeinsames Narrativ zusammenwirken. Ein Zusammenspiel, das – wie es scheint – nicht nur auf strategischer Ebene erfolgsversprechend ist, sondern auch auf taktischer Ebene einige Vorteile mit sich bringt. Es wird mit der Zeit auszuwerten und zu analysieren sein, welchen Effekt Aufklärungsmittel in den sozialen Medien tatsächlich haben. Der taktische Einfluss von auf Social Media gewonnen Aufklärungsergebnissen darf in Ermangelung konkreter Daten durchaus hinterfragt werden. Eindeutiger ist die Lage auf strategischer Ebene. Aufnahmen von Kampfhandlungen und Truppenbewegungen haben dort ihren (propagandistischen) Wert bewiesen. Ob jedoch der „Sieg im Informationskrieg“ voreilig erklärt wurde, wird die Zukunft zeigen.

Die hier beschriebenen und angeschnittenen Thematiken sind international, aber besonders im deutschsprachigen Raum, bisher leider kaum beleuchtet worden. Besonders die militärische Nutzung sozialer Medien und verwandter Kommunikationsdisziplinen ist deutlich unterstudiert, ganz zu schweigen von ihren taktischen Implikationen, wie bspw. in der militärischen Aufklärungsarbeit. So sollten wir ihre Auswirkungen mit all ihren Facetten auch in Zukunft beachten. Der Ukrainekrieg bietet dazu eine Vielzahl an Möglichkeiten und noch dazu in einem Umfang, den wir bisher bei keinem anderen Konflikt beobachten konnten. Ich empfehle Ihnen einen Blick in die sozialen Medien.


Major Paul Strobel ist Leiter der digitalen Kommunikation im Organisationsstab der Invictus Games Düsseldorf 2023. Vor seiner Wiedereinstellung in die Bundeswehr war er Reserveoffizieranwärter der Gebirgsjägertruppe und ziviler Experte für Social Media, politische und gesellschaftliche Kommunikation in Berlin. Er gibt in diesem Artikel lediglich seine private Meinung wieder, die ausschließlich auf Basis öffentlich verfügbarer Quellen gewonnen wurde.

Aus den Bergen in die Wüste: Verabschiedungsappell MINUSMA 2022

Knapp 130 Soldatinnen und Soldaten des Gebirgsaufklärungsbataillon 230 aus Füssen wurden am 10.02.2022 im Rahmen eines Appells in der Allgäu-Kaserne Füssen in den UN Einsatz MINUSMA nach MALI verabschiedet.

Die Soldatinnen und Soldaten werden im Schwerpunkt ihren Dienst in der gemischten Aufklärungskompanie (engl.: ISR-Coy; Intelligence, Surveillance and Reconnaissance Company) leisten. Man spricht hier von einer gemischten Aufklärungskompanie, da alle Fähigkeiten des Gebirgsaufklärungsbataillon 230 in einer Kompanie im Einsatz vertreten sind. Diese Fähigkeiten sind im Einzelnen:

 

Versorgung und Unterstützung sowie Stabsfunktionen, fahrzeuggebundene Spähaufklärung mit dem Spähwagen Fennek, leichte Spähaufklärung durch den Hochgebirgsspähzug, Gesprächsaufklärung durch Feldnachrichtenkräfte, Radaraufklärung sowie die unbemannte luftgestützte Aufklärung mit dem Drohnensystem LUNA (Luftgestützte, Unbemannte Nahaufklärungsausstattung).

Die Soldatinnen und Soldaten verlegen nach einer zweiwöchigen Isolationsphase zur Vermeidung der Weiterverbreitung von COVID-19 im März 2022 nach GAO, MALI als Teil des 19./20. Deutschen Einsatzkontingents MINUSMA. Die Rückkehr ist, nach sechs Monaten, für September 2022 geplant.

 

Der Kommandeur des Gebirgsaufklärungsbataillon 230, Oberstleutnant Alfred Hugger, verlegt ebenfalls mit in den Einsatz und wird dort seinen Dienst im Stab versehen.

 

Im Rahmen des Appells wurden in guter Tradition zwei Ortsschilder übergeben, das Ortsschild der Stadt FÜSSEN als Garnisonsstadt sowie das Ortsschild der Gemeinde LENGENWANG als Patengemeinde der 4. Kompanie des Gebirgsaufklärungsbataillon 230, welche den Kern der gemischten Aufklärungskompanie stellt. Die Ortsschilder werden mit in den Einsatz genommen, dort als Erinnerung an die Heimat aufgestellt und nach Einsatzende wieder mit zurück nach Deutschland genommen.

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