Die Heeresaufklärungstruppe

Die konsequente Neuausrichtung der Bundeswehr auf die wahrscheinlichsten Einsätze einschließlich des Kampfes gegen den internationalen Terrorismus erfordert ein angepasstes Fähigkeitsprofil der Streitkräfte, das sechs miteinander verzahnte Fähigkeitskategorien umfasst. Diese sind in der Konzeption der Bundeswehr beschrieben. Eine dieser Fähigkeitskategorien ist Nachrichtengewinnung und Aufklärung (NG&A). ​​​​​​​

Nachrichtengewinnung und Aufklärung (NG&A)

NG&A ist eine streitkräftegemeinsame Aufgabe, die erst durch das Zusammenwirken verschiedener Systeme in einem Verbund ihre volle Wirksamkeit entfalten und damit ein umfassendes, aktuelles Lagebild liefern kann. Die Kräfte zur NG&A gewinnen und erfassen dabei weltweit Informationen und Nachrichten zur Lage in Interessen-, Krisen und Einsatzgebieten, werten diese aus und stellen sie lageabhängig, auftragsbezogen und bedarfsgerecht im streitkräftegemeinsamen Verbund NG&A bereit. Die Heeresaufklärungstruppe ist der wesentliche Träger der Aufklärung des Heeres. Ihre Kräfte und Mittel sind so ausgewählt, dass sie den Informationsbedarf des Truppenführers decken und ein umfassendes, möglichst lückenloses Lagebild ermöglichen. Dabei kann sie auch Aufklärungsergebnisse anderer Aufklärungsmittel ergänzen, vertiefen oder verifizieren. Sie trägt damit auch in erheblichem Maße zum Schutz unserer Kräfte in den Einsatzgebieten bei.

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Geschichte

Die Heeresaufklärungstruppe ist eine eigene Truppengattung der Bundeswehr und wurde am 6. März 2008 vom Inspekteur des Heeres in Dienst gestellt.

Davor waren die Aufklärungskräfte und -mittel des Heeres räumlich und auf verschiedene Truppengattungen verteilt und wurden auf verschiedenen Ebenen geführt. Kompetenzen und Kapazitäten für Ausbildung und Weiterentwicklung erfolgten an mehreren Stellen in unterschiedlicher Verantwortung

  • In Idar-Oberstein für Luftgestützte Unbemannte Nahaufklärungs-Ausstattung (LUNA) und Kleinfluggerät Zielortung (KZO),
  • In Diez an der Lahn für die Feldnachrichtenkräfte,
  • In Calw für die Weiterentwicklung und Pfullendorf für die Ausbildung der Fernspähkräfte,
  • In München für die Weiterentwicklung des Elektronischen Kampfes im Heer,
  • In Munster für die Spähaufklärung.

Um die Informationsüberlegenheit zu gewinnen und die Effizienz – besonders in den Einsätzen – zu erhöhen, wurde 2008 die Heeresaufklärungstruppe mit Aufklärungskräften, Fernspähkräften, Feldnachrichtenkräften und Kräften der luftgestützten abbildenden Aufklärung aufgestellt. „Aufklärung aus einer Hand“ ist damit erstmalig umgesetzt worden. Damit sind erstmals in der Geschichte der Bundeswehr die Aufklärungskräfte des Heeres unter einer Führung in Munster zusammengefasst.

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